Gemeinsam unterwegs

Unter diesem Motto kamen am Samstag, dem 5. September 2015, erstmalig Amtsträger, Lehrkräfte und deren Ehepartner des Kirchenbezirks Halberstadt zusammen.

Da sich die Mehrheit der Teilnehmer im Vorfeld dafür eine ganztägige Zusammenkunft wünschte, war es eine große Herausforderung, ein attraktives Angebot an Veranstaltungen einerseits und ausreichend Zeit für den Austausch andererseits in Einklang zu bringen. Dazu berief Bezirksältester Gerald Unruh viele Monate im Voraus ein Vorbereitungsteam, welches die Wünsche und Erwartungen an ein Zusammensein sammelte, auf Umsetzbarkeit prüfte und anschließend zur Abstimmung vorstellte. Die Themen mit den häufigsten Rückmeldungen bildeten die Grundlage für einen Tagesablauf mit Vorträgen, Workshops und Gesprächskreisen. Einige von ihnen wurden aufgrund großen Interesses mehrfach angeboten.

Als idealer Ort für einen intensiven und offenen Austausch erwies sich das Berghotel "Vogelherd" in Blankenburg: mitten im Grünen mit geeigneten Seminarräumen und guter Verpflegung.

Bezirksältester Gerald Unruh begrüßte am Samstagmorgen die rund 60 erwartungsfrohen Geschwister aus allen Gemeinden des Bezirks und lud dazu ein, den Tag zum gegenseitigen Kennenlernen, zur Gemeinschaftspflege, zum Erfahrungsaustausch und zur persönlichen Weiterentwicklung zu nutzen. Dazu gaben alle Referenten einen kurzen Einblick in die Thematik ihrer Veranstaltung und stellten dabei auch den Zusammenhang zu ihrer beruflichen bzw. persönlichen Situation her. Zusätzlich zu den Referenten aus dem eigenen Bezirk war Priester Sebastian Müller-Bahr aus Merseburg, Netzwerk Apostolische Geschichte e.V., der Einladung für zwei Vorträge gefolgt.

Auch wenn allen Beteiligten der Ablaufplan des Tages bereits zur Verfügung stand, fiel es nun schwer, sich zwischen den jeweils drei zeitgleich stattfindenden Veranstaltungen sowohl vormittags als auch am Nachmittag zu entscheiden.

Die Vorträge boten Anregungen zum Thema Predigtvorbereitung, dem Einsatz der Sprache in der Predigt sowie Informationen zum zurückliegenden und heutigen Kirchenverständnis. Die beiden Referenten begeisterte die Offenheit und das Interesse der Zuhörer, welche das Engagement sowie die Bereitschaft zur eigenen Weiterentwicklung deutlich werden ließen. Dies war auch in den zeitgleich stattfindenden Workshops und Gesprächskreisen zu verspüren:
Im Workshop "Trost spenden" erarbeiteten die Teilnehmer wichtige Anhaltspunkte zur Trauerbegleitung in den Gemeinden sowie bei Mitmenschen ohne Halt im christlichen Glauben.

Der Workshop "Mit Unstimmigkeiten umgehen" gab den Geschwistern das entlastende Gefühl, dass Konflikte auch in anderen Gemeinden auftreten und somit nichts Ungewöhnliches sind. Sie nahmen wertvolle Impulse zu Ursachen von Konflikten und unterschiedlichen Vorgehensweisen in Konfliktfällen mit.
„Wie können wir auf Geschwister zugehen, die sich ein Stück von der Gemeinde distanziert haben?“ - Unter dieser Fragestellung fand sich ein Kreis interessierter Geschwister, die ihre Erlebnisse und Erfahrungen einbrachten und nach Möglichkeiten suchten, der inneren wie äußeren Migration in den Gemeinden entgegenzuwirken.

Der Austausch zum Thema "Ökumene leben" versprach eine hohe Praxisnähe, nicht zuletzt dadurch, dass die beiden Referenten dieser Gesprächsrunde als Ehepaar und Angehörige zweier Konfessionen ein lebendiges Beispiel dafür gaben. Im Vordergrund standen das Gemeinsame und Verbindende unterschiedlicher Konfessionen und die unterschiedlichen Möglichkeiten, gelebte Ökumene vor Ort zu praktizieren.

Wie können Jugendstunden und Kinderunterrichte konzipiert werden, sodass sich möglichst viele junge Glaubensgeschwister öffnen und aktiv beteiligen? In diesem Seminar wurde den Teilnehmern eine "Schatztruhe" an Methoden vorgestellt, die ermüdende Ein-Mann-Vorträge vermeiden und eine intensive Beteiligung der Kinder und Jugendlichen fördern soll.

Der Bezirksälteste stellte sich als Referent dem hohen Interesse am Workshop zum Thema "Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Kirche". Auch hier zeigte sich ein offener Meinungsaustausch in dieser besonderen Art des Zusammenseins für alle Beteiligten als wohltuend und förderlich. Immer wieder aufs Neue eine Balance der unterschiedlichsten Interessen und Erwartungen zu finden, ist und bleibt eine dauerhafte Herausforderung für jeden Amtsträger, seine Familie und die Gemeinde.

Eine ausgedehnte Zäsur zwischen diesen zahlreichen Veranstaltungen boten ein gemeinsamer Brunch und ein anschließender "Dialogspaziergang" in der strahlenden Mittagssonne. Die Geschwister nutzten diese Zeit, sich in kleinen Gruppen aus unterschiedlichen Gemeinden zusammenzufinden und bei einem Spaziergang anhand zweier Leitfragen ihre Ideen und Erfahrungen zusammenzubringen.

Mit der Vorstellung der Ergebnisse dieser Spaziergruppen begann der gemeinsame Schlusspunkt dieses schönen Tages. Dazu kamen nochmals alle Geschwister in einem der Seminarräume zusammen und ließen in einer kurzen Andacht unter dem Bibelwort "Ihr seid das Salz der Erde ..." (Mt. 5,13a) den Tag feierlich ausklingen und auf den folgenden Sonntag einstimmen. Das gemeinsame Lied "Mögen sich die Wege" bildete den Schlusspunkt des Zusammenseins.

Aus den Gesprächen bei der Verabschiedung und den Feedbackzetteln, die zum Abschluss eingesammelt wurden, war die Dankbarkeit und Freude über ein gelungenes und stärkendes Beisammensein im Kreis der Geschwister wahrzunehmen. Die Beteiligten nehmen die Gewissheit, gemeinsam unterwegs zu sein, in die kommende Zeit und freuen sich in diesem Rahmen auf ein Wiedersehen.

S.J.