„Zachäus, ich möchte heute dein Gast sein!“

Die Geschichte des reichen Oberzöllners Zachäus einmal als Singspiel erleben. Auf dieses Konzert der besonderen Art war man im Bezirk Halberstadt bereits seit langem gespannt gewesen. Nicht verwunderlich also, dass Kinder- und Jugendchor am Sonntag einer vollbesetzten Kirche gegenüber standen.


Einen drei Meter hohen Baum neben dem Altar sieht man nicht alle Tage – und erst recht keine Schranke, die den Weg dorthin versperrt. Wer am Sonntagnachmittag, 10. April 2011, in unsere Kirche in Halberstadt kam, war erst einmal erstaunt über dies ungewöhnliche Bild. Grund für die „Verkleidung“ des Kirchensaals war ein Konzert der etwas anderen Art. Denn die Kinder des Kirchenbezirkes Halberstadt führten an diesem Tag das langerwartete Singspiel „Zachäus“ von Margret Birkenfeld auf.

Vor zwei Jahren wurde das Mini-Musical während des Kindertages in Peseckendorf zum ersten Mal einstudiert und uraufgeführt. Damals schon ein voller Erfolg bei allen Kindern und Betreuern, wollte man das Stück einen größerem Publikum nicht vorenthalten. Und so traf sich der Kinderchor unter der musikalischen Leitung von Kerstin Pfützner und Cathleen George schon bald erneut zu intensiver Probenarbeit.

Nun war es endlich soweit. Nach einem gemeinsamen Gebet und einigen einleitenden Worten vom Bezirksältesten Wolfgang Becker wird das Konzert mit dem gefühlvollen Lied „Ins Wasser fällt ein Stein“ angestimmt. Dabei werden die Kinder vom Jugendchor des Bezirkes unterstützt. Um den jungen Darstellern genügend Zeit zu geben, in ihre Rollen zu schlüpfen, und sicherlich auch um die Spannung zu erhöhen, folgt im Anschluss daran ein bunter Programmteil der jugendlichen Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Markus Korbien. Mit sowohl deutsch- als auch englischsprachigen Werken verschiedener Genres sowie einigen Instrumentalstücken werden die Konzertbesucher auf den Höhepunkt des Nachmittages, das Singspiel „Zachäus“, eingestimmt.

Schließlich der Auftritt der Kinder: Singend treten die von Kopf bis Fuß Kostümierten in den Kirchensaal ein und positionieren sich auf der Bühne hinter, vor und neben den aufgebauten Marktständen und anderen Kulissen. Zwei junge Erzähler geben schließlich den Startschuss für die erste Szene: Ein quietschender Handwagen wird den Gang vorbei an den Zuschauern nach vorne gezogen. An der Schranke geht es nicht weiter. Dort steht bereits eines der Kinder in weißem Gewand gehüllt bereit und verlangt als Figur des Zachäus acht Schekel. So nimmt das Musical seinen Lauf.

Mit überzeugendem Spiel und Gesang, gekonntem Einsatz von Requisiten und freudiger Ausstrahlung verzaubern die Jungen und Mädchen das Publikum. Fast fühlt man sich in die biblische Zeit zurückversetzt, so viel Atmosphäre verbreiten unsere jungen Geschwister. Mit nicht enden wollendem Applaus werden sie dafür am Ende des Singspiels belohnt.

Warm ums Herz war zu diesem Zeitpunkt bereits jedem geworden, doch das gemeinsame Abschlusslied von Kindern und Jugendlichen „Kleines Senfkorn Hoffnung“ erzeugte zum Ende des Konzertes noch einmal ein besonderes Gänsehautfeeling. Und so trat nach dem Gebet des Bezirksältesten Becker schließlich jeder mit einem Wohlgefühl in der Seele den Heimweg an - etliche Geschwister verkündigten dabei ihre Hoffnung auf eine baldige Zweitauflage des Projektes. Ein großer Dank geht an alle Mitwirkenden, ohne die dieser besondere Tag nicht möglich gewesen wäre.

S.P.